Galerie
Die Fliege ist weit mehr als nur eine lästige Randerscheinung oder biologische Akteurin. Sie ist Bestandteil unserer Kultur. Sie „spricht“ zu uns: latent, ungefragt und unerbittlich.
Ihr Dasein wird meist ignoriert, ihr kultureller Einfluss ist jedoch wirkstark. Sie ist Verschieberin, Entmachterin, Trägerin einer vielschichtigen und historisch gewachsenen Symbolik: eine echte Kulturinfluencerin.
Diesem Wechselspiel zwischen Mensch und Fliege widmet sich meine Kunst. Sie spielt mit Wahrnehmung, Interpretation, Assoziation und Deutung. Die Fliege eröffnet alternative Verständnisräume und spiegelt dabei uns selbst. Darin liegen Erkenntnisgewinn und kulturelle Relevanz. Damit ist sie ein spannendes Objekt einer vielschichtigen künstlerischen Auseinandersetzung.
Das, verbunden mit meiner persönlichen Faszination für dieses spannende Lebewesen, ist die Ausgangslage. Die Fortführung und Weiterentwicklung fliegenhafter Traditionen in der Kunst, wie „Musca depicta“ oder „Trompe-l’œil“, mit einem zeitgemäßen intermedialen Anspruch, ist das Verfahren. Ziel ist es, der Fliege eine „Stimme“ zu verleihen, sie uns bewusst zu machen, ihr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommen zu lassen und damit letztendlich uns selbst und unsere Gewissheiten zu hinterfragen.

"Wo zwei oder drei sich versammeln"
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Acryl auf Leinwand, 100x30cm, 2025
Eine Ergänzung und Variation zu dem Bild "Vorstandssitzung". Auch hier strebt der Schwarm zu einem Zentrum, auch hier gibt es eine, die der mehrheit entgegenstrebt. Hier werden menschliche Versammlungslogiken angesprochen und zur Diskussion gestellt. Getragen von einer ästhetischen Ebene, die sich aus dem Gesamteindruck strukturell ergibt.
Dieses Bild ist bewusst ausrichtungsoffen konzipiert und ist sowohl vertikal, als auch horizontal hängbar.
Future Fly I/II
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed Media/Promptographie, 30x30cm, 2025
Die Verschmelzung von Mensch und Fliege wurde bereits prominent filmisch bearbeitet und dargestellt. Gesellschaften und Technologien entwickeln sich rasant. Wohin könnte diese Entwicklung führen, und welche Rolle wird die Beziehung zwischen Mensch und Fliege in der Zukunft spielen? Sind wir vielleicht klug genug, fliegenhafte „Superkräfte“ in uns zu integrieren?
Diese Fragen stehen hinter diesem Bilderpaar. Letztendlich bleibt dies aber natürlich spekulativ und unscharf.


Am Rande
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed Media auf Holz, 30x40cm 2025
Dieses Bild setzt eine Goldfliege an den Rand eines opulenten historischen Rahmens. Das eigentliche Bild ist leer. So rückt das vermeintlich Nebensächliche in den Mittelpunkt und fängt sofort die Aufmerksamkeit.
Rahmen, leeres Bild und Fliege treten in eine Beziehung und betonen den „Gewichtungsshift“, der das eigentliche Hauptthema dieses Bildes ist: Das Zentrum ist leer, das Nebensächliche steht im Fokus und der Rahmen trägt und verstärkt.
Eine Irritation unserer Wahrnehmungsgewohnheiten.
Vitruvianische Fliege
Erworben von der Landesmusikakademie Sondershausen
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed media und Blattgold auf Papier, 30x30cm, 2024
Der Bezug zu da Vinci ist klar. Wo Leonardo den Menschen in seinen perfekten Proportionen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellt, ist es hier die Fliege. Und sie kann mit uns mithalten: Proportional und funktional gibt es Gemeinsamkeiten. Kein Wunder, denn schließlich haben Mensch und Fliege gemeinsame Vorfahren.


Auge in Auge
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed Media auf Papier, 7x11cm, 2024
Selbst wenn sie uns anblickt, können wir das wahrnehmen, können wir diesen Blick erwidern beziehungsweise ihm standhalten? Oder bleibt sie fremd und alienartig fern?
Neben dieser Frage spielt bei dieser künstlerischen Zusammenarbeit mit einer befreundeten Künstlerin aus der Türkei auch das irritierende Triggern eine wichtige Rolle. Oder juckt es Sie beim Betrachten etwa nicht am Auge?
Vorstandssitzung
Mixed Media auf Leinwand, 60x60cm, 2024
Erworben von privat
Ausgestellt:
- „MadMacroArtdot“ Waschhaus Köpenick, 21.11. bis 27.11.2024
Ein Schwarm Fliegen strebt zu einem Zentrum. Warum? Und warum genau eine einzelne nicht? Geht es um Nahrung oder doch um eine Besprechung, die sich uns nicht erschließt?
Auch hier wird latent mit unserer kulturellen Sozialisation gespielt, denn Fliegen im Schwarm wecken sicherlich bei vielen von uns Unbehagen und bei einigen Neugier.


Walk the line
Mixed media auf Aluminium, 30x30cm, 2024
Erworben von privat
Ausgestellt:
- „MadMacroArtdot“ Waschhaus Köpenick, 21.11. bis 27.11.2024Ausgestellt:
Position und Gestalt laden zum Wundern, Nachhaken und Hinterfragen ein. Daneben lässt sich hier der faszinierende, schimmernde Körper dieses spannenden Tieres genauer betrachten.
Sancta Musca II
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed Media, 60x40cm, 2024
Die wahrscheinlich einzige Fliege der Kunstgeschichte mit Heiligenschein.
In der Kunstgeschichte hat sie, meist als Symbol für Ungutes und Teuflisches, hier und da ihren Weg in christliche Heiligendarstellungen des Mittelalters und der Renaissance gefunden. Nun ist sie auf Augenhöhe und hat ihren eigenen Heiligenschein.


Im Mittelpunkt
der Unaufmerksamkeit
Erworben von privat
Ausgestellt:
- „MadMacroArtdot“ Waschhaus Köpenick, 21.11. bis 27.11.2026
Mixed Media auf Papier, 60x60cm, 2023
Wenn die Fliege das Einzige ist, was Aufmerksamkeit erregt, kann es passieren, dass wir uns darüber bewusst werden, wie sehr wir sie ignorieren und missachten. Zu Recht?
Außerdem wird hier ein Bezug zu einem kunsthistorischen Aspekt hergestellt. Die Fliege galt im „Trompe-l’œil“ als Mittel, eine Brücke in die dreidimensionale Welt zu schlagen. Bewusst wird dabei auf das Gemälde „Kathäuser Mönch“ von Christus Petrus Bezug genommen.
Gold Edition
Kraztechnik mit Blattgold und Lacken, 30x30cm, 2023
Dieses Werk ist geprägt von einem Spiel mit Kontrast und Komlimentarität. Dabei ist es möglich die Bilder auch anders zueinender zu positionieren.


Creatures Cross
Digitalkunst
Die Fliege ist bis heute (siehe Reformationsfenster der Hannoveraner Marktkirche) Gegenstand, Symbol und Bestandteil christlicher Kunst, vor allem des Mittelalters und der Renaissance. Diese Installation wagt einen modernen Ansatz mit christlicher Ikonografie.
Sancta Musca I
Mixed Media und Blattgold auf Holz, 15x20cm, 2022
Die wahrscheinlich erste heilige Fliege der Kunstgeschichte.
Der Heiligenschein bringt sie auf Augenhöhe mit der menschlichen Hybris. Sie spiegelt uns und unser Verständnis von Realität, Gewissheit und Status. Damit durchbricht sie die negative kulturelle Aufladung, mit der wir sie versehen, und macht sich ebenbürtig und wertvoll. Dies wird durch die Verwendung von Blattgold unterstrichen und verstärkt.


Walk the wall
Mixed Media, 30x30cm, 2022
Die Fliege eröffnet alternative Wahrnehmungsräume. Sie irritiert durch ihr Dasein. Dies wird verstärkt, wenn sie zusätzlich unsere Wahrnehmungserwartung nicht erfüllt. Sie tritt anders auf, als wir es gewohnt sind, und bewegt uns so zum Hinterfragen.
Die Bildkomposition führt den Blick der Betrachtenden auf ungewohnte Weise und möchte ihn bündeln und ästhetisch herausfordern.
Future Fly
Ausgestellt:
- „Fliege“, Sondershausen, 28.9.2025 - 31.3.2026
Mixed Media, 60x40cm, 2021
Die Quadratur der Fliege. Nur noch durch den roten Bereich, der das Auge symbolisiert, überhaubt identifizierbar. Die Fliege als digitales Objekt.


Stubenfliege
Acryl auf Papier, 15x15cm, 2021
Das Flüchtige im Moment eingefroren. Mehr als eine Studie, ein Statement pro Musca.
Fliege No 1
Erworben von privat
Öl auf Holz, 70x50cm, 2018
Die erste größere Arbeit mit der Fliege im Mittelpunkt.
