Die Kunst
der Fliege
Was wäre, wenn die Fliege nicht auf Ihrer Kunst sitzt, sondern Sie auf ihrer? Willkommen in der Muscratie, einer Welt, in der die Fliege nicht länger Randerscheinung, sondern kulturelle Souveränin ist, die uns und unsere Wahrheiten infrage stellt. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen in der Kunst der Fliege.

Warum?
Ein Statement
„Ich entwickle eine Kunst, in der die Grenze zwischen Darstellung und Handlung, zwischen Künstler und Tier, zwischen Objekt und Subjekt aufgehoben wird.“
Und die Fliege ist das ideale Tier dafür. Warum? Weil niemand sie ernst nimmt. Genau deshalb kann sie alles verändern. Das macht das scheinbar Unbedeutende zum Ausgangspunkt einer neuen Perspektive auf die Welt.
Meine Auseinandersetzung bzw. Herangehensweise ist geprägt von spezifischen und entwickelten Gedanken und Bedeutungsfeldern, wie : Fliegenkosmos (das Gesamtfeld); Fliegenparadox (die philosophische Grundspannung); Muscratie (die politische/metaphorische Umkehrung); Fliegenstimme (die Perspektivverschiebung); Kunstgeschichte der Fliege (die historische Tiefenschärfe); Naturwissenschaft (die materielle Realität); Agency (die theoretische Grundlage).

Muskratie
Ich höre sich die Demontierten schälen,
Aus den leisen Gräbern quälen.
Zurückgelassen
in den Sporen weit vergang´ner Diktatoren.
Ich sehe Echauffierte laufen,
hin zum fahlen Seelenkaufen.
Hindrapiert vom Ideologen,
Seit an Seit, befiehl, wir folgen.
Ich höre alle Resignierte pochen
Auf das, was das Selbst gebrochen.
Aufgebauscht in Kapriolen,
Hamsterrad und Sensationen.
Ich sehe flüchtig Passagierte fliegend.
Um die Köpfe weiter, Hals verbiegend.
Betoniert durch Illusionen,
bis zum Schluss die Fliegen kommen.
Jan Olschewski


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